Fachgespräch am 17.02.2022: Alleinerziehende und Wohnen: Gemeinsam aus der Mietmisere
Das Fachgespräch hat einen Blick in die Zukunft gewagt und anhand von Best Practice Beispielen aufgezeigt, wie gerechte und präventive Wohnungsmarktpolitik im Hinblick auf die Bedürfnisse von Alleinerziehenden aussehen kann. Es soll deutlich werden, welche Lücken sich auftun, was bereits möglich ist und welche Impulse zur politischen und wohnungswirtschaftlichen Gestaltung notwendig sind.

Alleinerziehende sind durch die angespannte Wohnungsmarktsituation in besonderem Maße betroffen. Miete und Betriebskosten machen bei Einelternfamilien mit kleinen Einkommen oft die Hälfte der monatlichen Einnahmen aus. Auch ziehen sie auf umkämpften Wohnungsmärkten gegenüber besserverdienenden Paarfamilien den Kürzeren. Insbesondere Wohnungsengpässe in Ballungsgebieten bestimmen die politische Debatte. Dabei ist für den eng getakteten Alltag in Einelternfamilien ein Wohnumfeld mit guter Infrastruktur wichtig. Zu kleiner Wohnraum oder das Leben in sozial benachteiligten Stadtteilen können sich negativ auf die Entwicklungschancen von Kindern auswirken. Es braucht deshalb dringend mehr Wohnraum, der auch mit kleinem oder mittlerem Einkommen bezahlbar ist. Und es braucht neue, innovative Ideen, wie z. B. alternative und gemeinschaftliche Wohnformen.
Mit gut 70 Teilenehmenden war ein repräsentatives Fachpublikum aus der Alleinerziehendenarbeit, dem Wohnbau- und Immobilienbereich, sowie Politik und Kommune gemeinsam im Gespräch.
Der Fachtag wurde eröffnet mit einem Grußwort der Staatssekretärin Andrea Lindlohr MdL - Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen BW. Danach referierte Frau Dr. Martina Heitkötter (Deutsches Jugendinstitut München) über ein interessantes Forschungsprojekt des DJI und der Hochschule Karlsruhe zum Thema „Familien in gemeinschaftlichen Wohnformen vor. In Ihrem Vortrag gelang es ihr immer auch die Sicht verstärkt auf die Alleinerziehenden zu richten.
Im Anschluss sollte anhand von Best Practice Beispielen aufgezeigt werden, wie Wohnungsmarktpolitik und Unterstützung im Hinblick auf die Bedürfnisse von Alleinerziehenden aussehen kann. Dabei kamen die Gründerinnen verschiedener Projekte zu Wort. Zunächst stellte Sarah Zeller den Verein „Juno“- einen Verein von und für Alleinerziehende in Wien und dessen interessante Wohnprojekte vor. Als zweiter Impuls präsentierte Christina Vogt (Hamburg) die Internetplattform für Wohnungssuchende „Lemulike – flatsharing with kids“. Abgerundet wurde das Ganze mit einem Beitrag der Stiftung Alltagsheld:innen. Die Gründerin Heidi Thiemann setzt sich mit Ihrer Stiftung für die Rechte der Alleinerziehenden ein und fördert u. a. Wohnprojekte.
Zum Abschluss wurden alle Teilnehmenden aufgefordert über einen Link zu einem padlet den eigenen Ideen und Forderungen an Politik und Wohnungsbau Raum zu geben.







